Geschichte

Vorgeschichte der TTG DJK Gladbeck-Süd

1945 - der Krieg ist aus und „1000 Jahre" sind zu Ende. Die Terrorherrschaft des National-sozialismus ist beendet. Die alliierten Besatzungsmächte geben die ersten Genehmigungen zur Wieder- und Neugründung von DJK-Vereinen. In einer entbehrungsreichen Zeit wurde bereits 1924 in Brauck ein DJK-Verein gegründet. In der „Arminia" wurde Faustball und Handball gespielt. Später kamen die Fachschaften Schwimmen, Turnen und Leichtathletik hinzu. Aber schon nach einem Jahrzehnt war der junge Verein zur Aufgabe gezwungen. Am 23. Juli 1935 erfolgte das Verbot der DJK durch die NSDAP.


Neuer Anlauf im Gladbecker Süden

Die ersten Schritte zur Wiederbegründung der DJK in Brauck wurden in der Kolpingfamilie Gladbeck-Süd getan. Neben einer Schachabteilung fanden sich im Jahre 1946 einige Kolpingsöhne zu einer TT-Gruppe zusammen. Wer erinnert sich noch an diese schwere Zeit der Nachkriegsjahre? Die erste Tischtennisplatte wurde in Selbsthilfe aus Brettern der Haupteingangstür der zerstörten Marienkirche zusammengebastelt.
In Ermangelung eines geeigneten Raumes fanden die ersten Trainingsstunden im Freien statt. Auf dem Hofe Holtwiesche in der Boystraße fanden sich fast täglich tischtennisbegeisterte Jungen ein. Die kleine Gruppe fand immer mehr Interessenten. Schon nach einigen Monaten zogen wir mit unserer Platte in das Jugendheim „Auf dem Ascheberg'' ein, das zu diesem Zeitpunkt noch nicht restlos fertiggestellt war. Aber was störte uns das schon, dass wir zwischen Schutt- und Sandbergen unsere Trainingsstunden abhalten mussten. Inzwischen hatte unser Präses, der damalige Kaplan Möhlen, für Schokolade und etwas Bohnenkaffee eine zweite TT-Platte „eingehandelt". Tischtennisbälle waren im Handel auch nicht erhältlich. Aber hier fanden wir ebenfalls einen geeigneten Weg. Im Kompensationsgeschäft besorgten wir uns für 2 t Kohle 500 Bälle. So waren wir nun für lange Zeit mit Bällen versorgt.


Auch in den übrigen Pfarreien des Dekanates Gladbeck entstanden mit der Zeit mehrere TT-Abteilungen. Im Frühjahr 1947 nahmen wir zum ersten Mal an einem Turnier teil. In der Kreuzschule wurden die Dekanatsmeisterschaften ausgetragen. Wenn es auch nicht zum Dekanatsmeistertitel langte, so konnten wir uns doch gut platzieren. Dieses Turnier sollte weiterer Ansporn für unsere Abteilung sein. Wir brauchten ein größeres Betätigungsfeld. Die DJK war inzwischen im Bistum Münster wiedererstanden und wir sagten ein freudiges „Ja" dazu.




Geburtsstunde der DJK Brauck

Als 1946 in Düsseldorf die DJK-Arbeitsgemeinschaft für das gesamte Bundesgebiet gegründet wurde, beschritten DJK-Vereine aus dem Rhein-Weser-Gebiet einen eigenen Weg. Die „Spiel- und Sportgemeinschaft Rhein-Weser" wurde im Jahre 1948 in Heme in den „DJK-Verband Rhein-Weser" (später DJK-Zentralverband) umgewandelt. In diese Zeit fällt auch die Geburtsstunde unseres Vereins. Es wurde eine Versammlung zur Gründung der DJK in Brauck einberaumt. Wir gaben uns den Namen TTG Gladbeck-Brauck. Präses des neuen Vereins war Kaplan Möhlen. Zum 1. Vorsitzenden wählten wir Werner Holtwiesche, der auch gleichzeitig Kassierer und Geschäftsführer war. Nach kurzer Zeit füngierte Heinz Gähling als Kassierer. Erich Stoll übernahm das Amt des Geschäftsführers.
Spielbetrieb im eigenständigen Verband
1948 spielten wir mit zwei Mannschaften in der Kreisklasse des Kreises Emscher-Lippe. Unsere Jugendmannschaft nahm gleichzeitig an den Meisterschaften der Jugendklasse teil. Die Mitgliederzahl wuchs; aber auch die Spielstärke unserer Spieler. Wir wurden Mitglied des Kreissportverbandes Gladbeck und nahmen schon 1949 an den Stadtmeisterschaften teil. Gleich beim ersten Anlauf gelang es unserer Mannschaft bis ins Endspiel vorzudringen, das wir nur ganz knapp mit 4:5 gegen den TTC Gladbeck verloren. Aber durch diese Niederlage resignierten wir keinesfalls. Unsere Spieler belegten im Laufe des Jahres auf verschiedenen Turnieren beachtliche Plätze. Im selben Jahr stieg unsere erste Mannschaft in die neu gegründete Bezirksklasse auf und belegte am Ende der Spielzeit den 3. Platz.

Mitarbeiter im Kreis und Verband

Mit Beginn der Spielzeit 1952/53 stieg unsere 1. Mannschaft in die neue Gauklasse auf. Unser Vorsitzender, Werner Holtwiesche wurde zum TT-Gaufachwart gewählt. Er leitete die Gauklasse bis zum Jahre 1954. Nachdem der bisherige TT-Fachwart Willi Ferdinand (Grün-Weiß Schultendorf) zum Verbandsfachwart berufen wurde, übernahm Egon Brylak die Geschäfte des Kreisfachwartes. Dieses Amt verwaltete er acht Jahre, ehe er dem Bezirk Ruhr weitere fünf Jahre als Fachwart vorstand. TT-Fachwart im Stadtsportbund Gladbeck war er von 1954 bis 1958.


Unwetter legt Spielbetrieb lahm


Ein schweres Unwetter im August 1954 setzte das Jugendheim auf dem Ascheberg unter Wasser. Unsere drei TT-Platten waren nach den Aufräumungsarbeiten völlig unbrauchbar geworden. Der Trainings- und Spielbetrieb war somit lahmgelegt. Aber Dank einer schnellen finanziellen Soforthilfe seitens der Stadt Gladbeck und der Zeche Mathias Stinnes konnten wir in kurzer Zeit zwei neue Tische beschaffen.





Personelle Veränderung im Vorstand

 

Im Jahre 1952 wurde Kaplan Möhlen zum Pfarrer von Brauck ernannt. Bei seinem Ausscheiden als Präses wurde er von der Jahreshauptversammlung einstimmig zum Ehrenpräses ernannt. Seine Nachfolger in den folgenden Jahren waren die Kapläne Anton Gellings, Gerhard Hoffacker, Alfons Becker, Heinrich Hoedemaker, Dr. Lothar Weber, Hermann-Josef Küsters, Cornelius Schouten, Friedhelm Erdmann und Bernhard Pierchalle. Seit 1982 ist Diakon Egon Brylak Geistlicher Beirat unserer Gemeinschaft.

Hildegard Uder übernahm von Gisela Kaczmarczik die Leitung der Damenabteilung, die nach mehrjähriger Unterbrechung von Maria Aldiek und später von Susanne Kauls weitergeführt wurde. Zur Zeit steht Angelika Rößing als Damenwartin unser Damenmannschaft vor.

Nach Werner Holtwiesche wurde zunächst Johannes Thiel 1. Vorsitzender. Später übernahm wieder Werner Holtwiesche die Führung des Vereins. Ab dem Jahre 1978 stand Helmut Kalin an der Spitze unserer Gemeinschaft. 2009 wurde Martin Moritz zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die Geschäftsführung lag in den letzten Jahren bei Heinz Diekmann, Egon Brylak, Ludger Aldiek, Maria Aldiek, Georg Meinert, Karl-Heinz Rautenberg, Susanne Kauls, Heinz Leinen, Heinz Schmitz, Heiner Herrnberger sowie Monika Berlage. Gegenwärtig werden die Aufgaben des Geschäftsführers kommissarisch durch die Vorstandsmitglieder übernommen.
Die Kassengeschäfte wurden viele Jahre lang von Artur Menke, Georg Werner, Siegfried Sdrzalek, und Ludger Aldiek geführt. Verantwortlich für die Finanzen ist mittlerweile Monika Vonnemann.





Auflösung der eigenständigen DJK

Schon in den 60er Jahren wanderten immer mehr DJK-Vereine aus dem eigenständigen Spielbetrieb ab. Die Fachschaft Tischtennis, vor allem im Gebiet der Städte Gelsenkirchen, Bochum, Heme und Wattenscheid, war davon zu dieser Zeit nicht so stark betroffen. In Spielgemeinschaften mit dem evangelischen Bruderverband „Eichenkreuz" wurde über Jahre hinaus noch ein regelmäßiger Spielbetrieb aufrechterhalten. In der Gauklasse, in die wir inzwischen aufgestiegen waren, hatten wir Spiele von Hamm bis Krefeld auszutragen. Auf Dauer gesehen konnte unsere Kasse diese weiten Auswärtsfahrten jedoch nicht verkraften.





Aufnahme in den Westdeutschen Tischtennis-Verband

Mit Beendigung der Spielzeit 1967/68 kam der Spielbetrieb der DJK-Verbandsringgemeinschaft völlig zum Erliegen. Am 15. Mai 1968 stellten wir einen Aufnahmeantrag beim Westdeutschen Tischtennis-Verband. Seit dieser Zeit nehmen wir an den Spielen im Kreis Gelsenkirchen teil.
Wir mußten in der 2. Kreisklasse anfangen. Das war auch gut so: denn die Spielstärke der einzelnen Mannschaften war doch erheblich größer als bei unseren bisherigen Klassengefährten. Bereits im Jahre 1970 schaffte unsere 1. Mannschaft den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Inzwischen ist unsere Heimat die Bezirksklasse und zwischendurch haben wir sogar ein Gastspiel in der Bezirkisliga geben dürfen. In der Schüler- und Jugendarbeit haben sich in den vergangenen Jahren Hans-Gert Jacobi, Georg Werner, Johannes Aldiek, Heinz Kaiin, Heinz Schmilz, Olaf Hohenberg, Dirk Kasper, Reinhard Ebben und Klaus Bücker engagiert. Im Moment liegt sie bei Thomas und Rüdiger Krause, die beide eigens dafür die Trainer-C-Ausbildung erfolgreich absolviert haben und viel Zeit in die Nachwuchsarbeit investieren. Dieses Engagement dieser beiden und die Tatsache, daß wir seit einigen Jahren einen bezahlten Übungsleiter engagiert haben, gibt uns berechtigte Hoffnungen, bald an frühere Erfolge anknüpfen zu können.



Veranstaltung von Großturnieren

In den letzten 10 Jahren haben wir 4 Tischtennis-Großveranstaltungen durchgefühlt

1989 Offizielles Tischtennis-Länderspiel Deutschland - China
1990 Finalspiele um den Butterfly-Sriver-Cup
1991 Deutschland Grand-Prix
1993 Finalspiele um den Deutschland Grand-Prix

Damit ist es uns gelungen, Weltklassespieler, wie z. B. den mehrfachen schwedischen Weltmeister Jan-Ove Waldner sowie den deutschen Spitzenspieler Jörg Roßkopf nach Gladbeck zu holen. Alle drei Veranstaltungen waren ein voller Erfolg. Allen Beteiligten, die bei der Durchführung mitgeholfen haben, allen voran unserem Sportkameraden Heinz Leinen, unter dessen bewährter Leitung diese Ereignisse stattgefunden haben, gilt unser besonderer Dank.


Vereinsmeisterschaften, immer wieder spannende Turniere


Neben den Vereinsmeisterschaften spielen wir in jedem Jahr bei einer Weihnachtsveranstaltung einen Wanderpokal aus. Diese Turniere finden immer bei allen Aktiven großen Anklang und versprechen spannende Spiele. Auch die geselligen Veranstaltungen kommen in unserer Gemeinschaft nicht zu kurz. Schon fast Tradition ist die jährliche Kamevalsfeier, die nicht nur bei den Mitgliedern sondern auch bei den Freunden unserer Gemeinschaft immer größeren Anklang findet.
Einmal im Jahr wird die Vereinsfamilie mit allen Angehörigen eingeladen jeweils im Wechsel zu einem Tagesausflug oder zu einem Familienfest. In die Besinnlichkeit des Advents haben wir unsere Nikolausfeier plaziert, die uns jedes Jahr wieder ein volles Haus beschert, da eine große Anzahl unserer Mitglieder junge Familienmütter bzw. Familienväter sind. Die Kinder werden dadurch schon in frühen Jahren mit unserer Gemeinschaft vertraut.

Es ist durchaus möglich, aber nicht beabsichtigt, daß das eine oder andere Ereignis nicht in diesen Zeilen berücksichtigt wurde. Der Verfasser bittet hierfür um Verständnis.